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Forschungsprojekt gestartet: «Die gromatischen Traktate des Iulius Frontinus – Wissenstransfer im Spannungsbogen von Vermessungstechnik und Recht im Römischen Reich»

News vom 05.05.2021

Seit dem 1. Mai 2021 ist im Arbeitsbereich Bürgerliches Recht und Römisches Recht (FB Rechtswissenschaft) von Frau Prof. Dr. Cosima Möller ein von der Gerda-Henkel-Stiftung auf zwei Jahre gefördertes Forschungsprojekt angesiedelt: Unter dem Arbeitstitel «Die gromatischen Traktate des Iulius Frontinus – Wissenstransfer im Spannungsbogen von Vermessungstechnik und Recht im Römischen Reich» wird so die erfolgreiche Forschungsarbeit des Exzellenzclusters Topoi fortgesetzt, die zur ersten deutschsprachigen Übersetzung, Kommentierung und Neuedition des Feldmesserbuchs von Hyginus (1. Jh. n. Chr.) im Jahr 2018 geführt hat.

 

In einem kleineren Rahmen greift das jetzt initiierte Projekt die Forschungsfragen Topois wieder auf und untersucht den ältesten erhaltenen Feldmessertext eines Iulius Frontinus. Wichtig ist Frontinus vor allem deshalb, weil er noch stärker als Hyginus die rechtlichen Aspekte der Bodennutzung untersucht und eine Typologie von mit bestimmten Bodenkategorien (qualitates) verbundenen Rechtsstreitigkeiten (controversiae) entwickelt, die Rückschlüsse auf die Einflüsse aus dem Spektrum der juristischen Wissenschaft zulassen, wie sie für spezifische Fragestellungen schon in den Dissertationen von Sebastian Frühinsfeld und Lennart Griese ausgewertet worden sind. Auch der Wirkung auf die spätantike Kommentierung der Feldmessertexte wird nachgegangen werden. Bedeutsam ist Frontinus ferner deswegen, weil er als ältester erhaltener Fachschriftsteller zum Verständnis der nur in spärlich vorliegenden inschriftlichen Zeugnissen erkennbaren Katasterplanung des Römischen Reichs beitragen könnte.

 

Die an dem Projekt Beteiligten können auf eine lange gemeinschaftliche Arbeitserfahrung zurückblicken: Neben Frau Prof. Dr. Cosima Möller wird der Editionsphilologe Herr Dr. Jens-Olaf Lindermann dem Projekt angehören. Als externer Berater steht der Wissenschaftshistoriker und Mathematiker Herr Prof. Dr. Eberhard Knobloch (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) dem Projekt wieder zur Verfügung.

 

Der Gerda-Henkel Stiftung und ihren Gremien sei an dieser Stelle ausdrücklich für die Förderung des Projekts gedankt.

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