Ausschreibung des Jürgen Prölss-Preises 2019

AUSSCHREIBUNG DES „JÜRGEN PRÖLSS-PREISES“ 2019

An der Freien Universität Berlin wird in diesem Jahr erneut der Jürgen Prölss-Preis ausgeschrieben. Der Preis soll an Jürgen Prölss (1939-2012) erinnern, Professor für Bürgerliches Recht und Versicherungsrecht an der Freien Universität Berlin, dessen Neigungen über das eigene rechtswissenschaftliche Fach hinaus den fernöstlichen Kulturen, der mittelalterlichen Mystik, der Philosophie gegolten haben und dessen Ideal der Jurist mit offenem Bildungshorizont und fachübergreifender Kompetenz gewesen ist, dem Luther-Wort gemäß: „Denn ein Jurist / der nicht mehr denn ein Jurist ist / ist ein arm Ding." 

Der Preis soll die wissenschaftlichen Leistungen eines Juristen oder einer Juristin in deutscher Sprache in einem außerjuristischen Themenbereich auszeichnen. In Betracht kommen die Bereiche der europäischen oder außereuropäischen Kulturen, insbesondere der Philosophie, der Religions-, der Literatur­ und der Geschichts- sowie anderer Geisteswissenschaften.

Destinatäre sind Personen, die die Erste juristische Staatsprüfung oder Prüfung bestanden oder einen gleichwertigen Abschluss in der Rechtswissenschaft erlangt haben (Promotion, Diplom, Master o. ä.) und in der weiteren juristischen Ausbildung stehen oder einen juristischen Hauptberuf ausüben oder über lange Zeit ausgeübt haben. 

Über die Verleihung des Preises entscheidet ein Kuratorium. 

Das Preisgeld beträgt 15.000 €. Der Preis kann geteilt werden.

Vorschlagsberechtigt sind Juristen und Vertreter der Fachdisziplin, der die wissenschaftlichen Leistungen zugehören. Dem Vorschlag sind eine Liste der wissenschaftlichen Leistungen des (oder der) Nominierten, ein Nachweis seines juristischen Abschlusses sowie sein Lebenslauf beizufügen.

Die Verleihung des Preises ist an die Bereitschaft geknüpft, aus dem Bereich der prämierten wissenschaftlichen Leistungen ohne gesondertes Honorar in einem öffentlichen Vortrag zu berichten, und zwar mit einem Themenschwerpunkt nach Wahl des Vortragenden.

Vorschläge sind jederzeit willkommen. Die Unterlagen sind in elektronischer Form zu übermitteln an:

 jproelss-preis@rewiss.fu-berlin.de

 Der Rechtsweg für die Preisverleihung ist ausgeschlossen.

Preisträger 2016 sind die Jura-Professoren Jens Petersen und Thomas Vormbaum

Die Preisträger des am Fachbereich Rechtswissenschaft der Freien Universität Berlin erstmals ausgeschriebenen Jürgen Prölss-Preises stehen fest. Ausgezeichnet werden die Juristen Prof. Dr. Jens Petersen von der Universität Potsdam und Prof. Dr. Thomas Vormbaum von der Fernuniversität in Hagen für ihre Arbeiten zum mittelalterlichen italienischen Dichter Dante Alighieri. Mit dem Preis gewürdigt werden wissenschaftliche Abhandlungen einer Rechtswissenschaftlerin oder eines Rechtswissenschaftlers in deutscher Sprache über ein nichtjuristisches Thema. Der Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Die öffentliche Preisübergabe findet am 23. Januar 2017 im Italienischen Kulturinstitut in Berlin-Tiergarten statt. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.

Jens Petersen, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Deutsches und Internationales Wirtschaftsrecht an der Universität Potsdam, wird mit dem Jürgen Prölss-Preis für seine Studie zu einem klassischen Thema der Dante-Forschung gewürdigt, der Frage nach der Gerechtigkeit. Petersens Arbeit zum subjektiven Anteil von Dantes Gerechtigkeitskonzeption sei eine bemerkenswerte Leistung eines fachfremden Verfassers, die sich bruchlos in die Tradition der Dante-Forschung einreihe, heißt es im Gutachten.

Thomas Vormbaum, Professor im Ruhestand für Strafrecht und Strafrechtsgeschichte und Rechtsphilosophie an der Fernuniversität in Hagen, erhält den Jürgen Prölss-Preis für seine Übersetzungen von Dantes Dichtungen. Ihm sei es gelungen, mit bisweilen stupender Geschicklichkeit die unterschiedlichen syntaktischen Strukturen des Italienischen und Deutschen in der Übersetzung anzugleichen und Dantes Text in ausgesprochen gefälliges Deutsch zu verwandeln, hob der Gutachter hervor.

Beide wissenschaftlichen Leistungen würden in vollem Sinne Beachtung verdienen und stünden gleichrangig neben manchen Arbeiten aus der Feder von Spezialisten. Das Gutachten wurde von Prof. Dr. Andreas Kablitz vom Petrarca-Institut der Universität zu Köln verfasst, einem Experten auf dem Gebiet der romanischen Literatur des Mittelalters, insbesondere auch zu Dante Alighieri.

Namensgeber des erstmals und künftig jährlich ausgelobten Preises ist Jürgen Prölss (1939–2012), Professor für Bürgerliches Recht und Versicherungsrecht an der Freien Universität Berlin. Seine Interessen galten neben dem eigenen rechtswissenschaftlichen Fach den fernöstlichen Kulturen, der mittelalterlichen Mystik und der Philosophie. Sein Ideal des Juristen mit offenem Bildungshorizont und fachübergreifender Kompetenz soll mit diesem Preis geehrt und gefördert werden – gemäß der Worte Martin Luthers: „Denn ein Jurist, der nicht mehr denn ein Jurist ist, ist ein arm Ding.“

Zeit und Ort der Preisverleihung

  • Montag, den 23. Januar 2017 um 19.00 Uhr s.t.
  • Italienisches Kulturinstitut, Hildebrandstraße 2, 10785 Berlin

 

Impressionen zur ersten Preisverleihung