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Nachruf auf Andreas Fijal

Andreas Fijal

Andreas Fijal
Bildquelle: Bernd Wannenmacher

News vom 13.02.2024

Der Fachbereich Rechtswissenschaft der Freien Universität Berlin trauert um seinen langjährigen Studiendekan, Dr. Andreas Fijal, der am 10. Februar 2024 im Alter von 66 Jahren verstorben ist.

Andreas Fijal war dem Fachbereich eng verbunden, seit er im Jahr 1977 dort das Studium der Rechtswissenschaft aufnahm. Anschließend hat er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und als wissenschaftlicher Assistent in Forschung und Lehre am damaligen Institut für Deutsche Rechtsgeschichte mitgewirkt. Unter der Betreuung von Prof. Dr. Friedrich Ebel verfasste er eine viel beachtete rechtshistorische Dissertation über die Geschichte der Juristischen Gesellschaft zu Berlin in den Jahren 1859 bis 1933. Dieses Werk ergänzte er in einer zweiten Auflage um die Zeit bis 2009.

Nach dem zweiten Staatsexamen zog es Andreas Fijal zunächst in die anwaltliche Praxis. Seine Verbindung zum Fachbereich Rechtswissenschaft riss in dieser Zeit indessen nie ab. Im Jahr 2001 ergriff er die Gelegenheit, als Prodekan für Studium und Lehre sowie Leiter des Studien- und Prüfungsbüros nach Dahlem zurückzukehren – für unseren Fachbereich erwies sich dieser Schritt als ein wahrer Glücksfall.

Für Andreas Fijal war das Bestreben, gute Rahmenbedingungen für das juristische Studium an unserem Fachbereich zu schaffen, ein treibendes Motiv seiner vielfältigen Aktivitäten. Dabei behielt er stets auch die Perspektive der Lehrenden und der Verwaltungsmitarbeitenden im Blick. Wie sehr er am fachlichen Werdegang der Studierenden Anteil nahm, war eindrucksvoll bei den Ansprachen spürbar, die er als Studiendekan bei den Absolventenfeiern hielt. Es war ihm ein großes Anliegen, die Leistungen aller derjenigen gebührend zu würdigen, die nach den vielfältigen, von ihm stets plastisch geschilderten Anstrengungen des Studiums und der Prüfungen den erfolgreichen Abschluss erreicht hatten. Doch auch jenseits solcher großen Bühnen vermochte Andreas Fijal es, ratsuchenden Studierenden in zahllosen Einzelgesprächen in einer wertschätzenden und ermutigenden Weise Orientierung zu bieten.

Mit der Einrichtung und dem kontinuierlichen Ausbau des Internationalen Büros am Fachbereich Rechtswissenschaft ermöglichte es Andreas Fijal unzähligen Studierenden, an einer großen Zahl von Partneruniversitäten ein Auslandsstudium zu absolvieren. Er erreichte es sogar, dass dies mittlerweile im Rahmen des Schwerpunktstudiums geschehen kann – ein wegweisender Schritt für die juristische Ausbildung in Deutschland. Auch die erfolgreiche Einführung des Bachelorgrads – gegen mancherlei Widerstände – war ihm ein wesentliches Anliegen. Sein großes Engagement in Kommissionen und Gremien, wie z.B. der Kommission für Lehrangelegenheiten, der Entwicklungs- und Planungskommission und dem Akademischen Senat der Freien Universität, reichte weit über den Fachbereich hinaus.

Andreas Fijal war ein sehr kommunikativer Mensch, der offen und vorbehaltlos auf andere zuging. Dabei leuchtete seine umfassende klassische Bildung nicht selten auch im Alltag – jenseits von Fachkonversation – auf. Seine Gesprächsbeiträge waren von Schlagfertigkeit und von einem hintergründigen, dabei stets respektvollen Humor geprägt.

Den Übergang in den Ruhestand hatte Andreas Fijal für den Sommer 2024 geplant. Er freute sich schon darauf, dann mehr Zeit für den stets wachsenden häuslichen Stapel literarischer Neuerscheinungen zu finden. Eine schwere Erkrankung, der er trotz aller zwischenzeitlicher Hoffnungen letztlich erlegen ist, hat diese Pläne durchkreuzt.

Andreas Fijal wird dem Fachbereich in dankbarer Erinnerung bleiben, als eine Persönlichkeit, deren vorbildlicher Einsatz für die juristische Ausbildung noch lange fortwirken wird.

Univ.-Prof. Dr. Christian Armbrüster

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