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Erfahrungsberichte

      Samantha Hiltmann, Teilnehmerin 2021 (Digitale-Veranstaltung)

Aufgrund der Corona-Pandemie war eine aktive Teilhabe am Universitätsleben seit Anfang 2020 kaum mehr möglich. Deswegen habe ich mich sehr für eine universitäre Veranstaltung interessiert, die mir soziale Interaktion, aber auch Abwechslung zur bisher eher theoretischen Vermittlung der Lerninhalte ermöglichte. Genau dies bot der Soldan Moot Court. Zwar fand der Wettbewerb zum zweiten Mal in Folge nur online statt, aber nichtsdestotrotz bot er mir die Möglichkeit, über die theoretischen Inhalte des Studiums hinaus einen Blick in die Praxis zu werfen.

Im Rahmen einer gerichtlichen Verhandlungssimulation wurde durch uns Studierende ein fiktiver Fall verhandelt. Dieses Jahr handelte der Sachverhalt von einer mehr als fragwürdig erstellten Website, basierend auf einem Werbevertrag zwischen einer Werbefirma und einer Rechtsanwaltskanzlei. Zusätzlich mussten wir uns mit der hochaktuellen Problematik rund um das Thema Tätigkeitsverbote für Anwält:innen auseinandersetzen. Für uns begann der Wettbewerb am 1. Juni 2021 mit der Ausgabe der (fiktiven) Fallakte. Sowohl auf die erste Schriftsatzphase als auch auf die zweite Schriftsatzphase blicke ich mit gemischten Gefühlen zurück. Herausfordernd war es auf jeden Fall, sich mit der neuen Rechtsmaterie auseinanderzusetzen und in der vorgegebenen Zeit eine Klageschrift zu verfassen; etwas, was man im „normalen“ Studium nicht kennenlernt. Als sehr positiv habe ich es jedoch empfunden, dass wir hierdurch herausgefordert wurden, was unseren Ehrgeiz geweckt und letztendlich dazu geführt hat, dass wir alle unglaublich viel dazu gelernt haben. Insbesondere durch die Unterstützung der Coaches und natürlich durch die Zusammenarbeit im Team wurde der Wettbewerb zu einer großartigen Erfahrung. Zusätzlich wurden wir bei beiden Klageschriften jeweils mit dem zweiten Platz belohnt, was zeigt, dass sich all die harte Arbeit gelohnt hat.

Die Teilnahme war deshalb für mich eine wertvolle und gewinnbringende Erfahrung. Nicht nur, dass ich innerhalb eines motivierten und hervorragendem Teams das erste Mal ein (fiktives) Mandat bis hin zur mündlichen Verhandlung bearbeiten konnte und mir dadurch viele Fähigkeiten aneignen musste, die so im universitären Bereich kaum bis gar nicht gelehrt werden – auch die Tatsache, dass wir so großartige Unterstützung und Ratschläge von den uns unterstützenden Kanzleien erhalten haben, war eine Bereicherung. Ein besonderer Dank gilt auch Herrn Prof. Dr. Muthorst und Herrn Prof. Dr. Lomfeld sowie den Betreuern unseres Teams für die tolle Unterstützung!

Zwar gewannen wir den Wettbewerb nicht, doch es ging auch um Weitaus mehr als nur einen Platz auf dem Siegertreppchen. Über die gesamten Wochen hinweg sammelten wir alle wertvolle Erfahrung und schlossen neue Kontakte und Freundschaften. Die größte Erkenntnis des Wettbewerbs: Studieren kann so viel mehr sein als das theoretische Wissen auswendig zu lernen. Durch den Wettbewerb wird man an seine Grenzen gebracht und gleichzeitig wird der juristische Horizont eines jedes Teilnehmenden erweitert. Insgesamt war der Soldan Moot 2021 trotz der Corona-Pandemie und der online durchgeführten Verhandlungen sowohl organisatorisch als auch vom Niveau der teilnehmenden Teams einfach großartig. Ich kann jeder und jedem nur empfehlen, sich für die nächste Runde zu bewerben!

        Christoph Keese, Teilnehmer 2020 (Digitale-Veranstaltung)

Der Soldan Moot Court wird für dich ein unvergesslicher Sommer, und vermutlich auch deine juristische Laufbahn in der einen oder anderen Weise prägen.

Als Jurastudent unter Normalbelastung wirst du verinnerlicht haben, dass man das Recht erst einmal in seiner Theorie verstehen muss, um es dann in MKs oder Probeklausuren in theoretischen Fällen zu üben. Man lernt erst und wendet dann an.

Für den Soldan Moot Court ist das vermutlich die falsche Herangehensweise. Hier wird alles zum ersten Mal gemacht, und genau das ist deine Chance, um Jura mal in seiner natürlichen Form zu erleben. Niemand, der sich dafür anmeldet, egal aus welchem Semester und von welcher Universität, hat die Dinge, die es für einen Moot Court braucht, wirklich schon einmal gemacht. Niemand weiß bereits, wie das geht. Dabei ist auch egal, ob du das Mängelgewährleistungsrecht im Schuldrecht BT oder gar die ZPO schon in der Vorlesung gehört hast. Wenn die Fallakte ausgeteilt wird und es an eine Skizze geht, wenn du in den Probepleadings im 15. Stock einer Großkanzlei sitzt, und wenn dein Gegenüber in der Verhandlung seine Achillesverse zeigt, dann ist das deine Chance die natürlichen Talente, die du hast, zu nutzen, und Jura fühlt sich endlich natürlich an. Wir alle finden Jura gut, wenn die Karteikarte in der Bib so richtig perfekt saß, aber stell dir mal vor, wie das ist, etwas juristisch zu lösen, das so in keinem Lehrbuch steht. Das ist worum es beim Moot Court geht.

Der Soldan ist deshalb der beste unter den Moot Courts, weil er ein Team aus unterschiedlichen Semestern in einem heißen, intensiven Sommer zusammenschweißt und sich trotzdem voll in das normale Studium integrieren lässt. Du bist also nicht plötzlich von deinen Freunden abgehangen, sondern es kommen einfach neue Jura-Freunde dazu. Dazu kommt, dass er im Zivilrecht verankert immer auch interessante Aspekte des anwaltlichen Berufsrechts einbringt. So bekommst du mal mit, was Anwälte eigentlich dürfen, wie die Anwälte der Zukunft agieren. Und was sonst noch gerade diskutiert wird – alles spannend für das eigene Berufsleben, in meinem Fall Legaltech.

Wo wir auch schon beim Eingangsversprechen wären. Neben neuen FU-Gesichtern zum in der Bib grüßen, tummeln sich beim Soldan auch motivierte Studierende aus 15 anderen deutschen Städten und praktizierende Juristen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Viele Kanzleien, von Hengeler Mueller angefangen über den Mittelstand bis zu renommierten Einzeleinheiten, nutzen den Moot Court in Hannover und diverse Probepleadings vorher als Kontaktmöglichkeit zu euch. Durch den Moot Court wirst du auf einmal zum Begierdeobjekt der besten Ausbilder und Arbeitgeber. Damit kann man dann ja machen, was man möchte, anschließendes Abendessen mit Ausblick ist verpflichtend und ein interessantes und ein gut bezahltes Praktikum sollte für Interessierte jedenfalls drin sein. Dazu kommt das Netzwerk, dass man an der FU zu Alumni, Studierenden, und Professoren aufbaut. Ich bin so z.B. an mein Traum-Auslandsjahr und finanzielle Förderung gekommen.

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Moot-Court-Gefühle vermitteln und du hast Interesse. Ja, es wird ein anstrengender Sommer, an dem du auch mal am Wochenende arbeiten wirst und manchmal lieber wo anders wärst. Dein normales Leben und Studium sind nebenbei aber auch an erster Priorität möglich, und du solltest auf jeden Fall trotzdem in den Urlaub fahren. Am Ende kommt es sowieso hauptsächlich auf die Pleadings im Herbst an, und juristisch Streiten macht fast allen so viel Spaß, dass du nirgends lieber wärst. Bewirb dich doch einfach Mal und schaue, wie du das Bewerbungsgespräch fandest.

       Christopher Zens, Teilnehmer 2019 (Präsenz-Veranstaltung)

Der Praxisanteil in der universitären Ausbildung ist leider recht gering. Der Soldan Moot Court bietet die Möglichkeit, auf Basis einer umfangreichen Fallakte die Rechtspraxis sowohl am Schreibtisch, durch das Verfassen von Klage- und Klageerwiderungsschriftsätzen, als auch direkt im Gerichtssaal im Rahmen einer simulierten mündlichen Verhandlung kennenzulernen.

Im Gegensatz zur Arbeitsweise im Studium wurde der Sachverhalt nicht vorgegeben, sondern musste zunächst aus der (sehr detaillierten) Fallakte ermittelt werden. Es war von Anfang an sehr spannend, die unzähligen Informationen aus der Fallakte in das Gesamtgeschehen einzuordnen und sich einen Überblick in ein bis dahin nicht bekanntes Rechtsgebiet (diesmal war es das Reiserecht) zu verschaffen.

Im ersten Schritt des Wettbewerbs nahmen wir die Position des Klägers ein, indem wir einen Klageschriftsatz erarbeiteten. Hierbei stellten sich zahlreiche sowohl materiell- als auch prozessrechtliche Fragen, die natürlich möglichst zum Vorteil unseres „Mandanten“ beantwortet werden mussten. Dabei wurden wir von unseren Coaches sowie von Prof. Lomfeld und Prof. Muthorst unterstützt. Später erhielten wird dann den Klageschriftsatz eines anderen Teams, auf den wir, diesmal in der Position der Beklagten, mit einem weiteren Schriftsatz erwiderten. Dieser Einblick in die praktische Arbeitsweise war wirklich sehr spannend: So kennt man aus der Uni bloß den objektiven Blick auf das Geschehen, während wir nun einseitig die Interessen der Mandantschaft zu vertreten hatten und hierzu mitunter auch kreativ werden mussten.

Nach diesem schriftlichen Vorverfahren rückte die mündliche Verhandlung zunehmend näher. Um uns darauf vorzubereiten, übten wir das Plädieren sowohl in der Gruppe als auch mit Unterstützung von großen Anwaltskanzleien (Hengeler Müller, Görg und Schrade), die uns freundlicherweise zum Probe-Pleading mit anschließendem Get-Together in ihre Räumlichkeiten einluden. Die Möglichkeit sich mit Anwälten aus großen Kanzleien auszutauschen und Kontakte zu knüpfen ist ein weiterer Grund, warum sich die Teilnahme am Moot Court wirklich lohnt.

Die ersten mündlichen Verhandlungen standen nun im Rahmen des Pre-Moots an der Bucerius Law School in Hamburg an. Obwohl wir im Vorhinein viel geprobt haben, ist die Situation im „Gerichtssaal“ doch eine ganz neue. Man sitzt der anderen Prozesspartei gegenüber und sollte ihr im besten Fall – sowohl juristisch als auch besonders rhetorisch – immer einen Schritt voraus sein. Diese Situation war für mich zunächst eher ungewohnt, so musste man nicht selten auf unerwartete Aktionen von Gegner oder Richter reagieren. Dies ist jedoch ein klarer Pluspunkt an der Teilnahme: Die Argumentation in der Prozesssituation hat mir großen Spaß gemacht und fördert die (gerade für Juristen unverzichtbare) Fähigkeit, frei zu sprechen und in Drucksituationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Hierbei steht aber besonders die Argumentation im Vordergrund – dass die mündliche Verhandlung zu einer mündlichen Prüfung wird, müsst Ihr also nicht befürchten.

Mit entsprechender Vorfreude erwartete ich daraufhin die Hauptverhandlung, zu der sich alle teilnehmenden Teams an der Leibnitz-Universität Hannover einfanden. Das Wochenende hat die Möglichkeit geboten, sich mit Jurastudierenden aus ganz Deutschland austauschen zu können. Die mündlichen Verhandlungen waren jetzt erst recht spannend, da es nun auf die Bewertung der Juroren ankam. Der Wettbewerb endete schließlich mit dem Finale und der anschließenden Siegerehrung. Zum Abschluss des Wochenendes lud der Hannoversche Anwaltsverein zum Abschiedsempfang in die Burg Königsworth ein, wo wir das Wochenende gemeinsam ausklingen ließen.

Im Rückblick auf den Wettbewerb, der uns insgesamt über mehrere Monate begleitet hat, kann ich für alle Interessierten eine deutliche Empfehlung aussprechen. Das praxisorientierte Arbeiten im Team hat mir großen Spaß gemacht und mich persönlich auch wirklich weitergebracht. Obwohl die Teilnahme am Soldan Moot Court natürlich ein gewisses Maß an Vorbereitung und Zeit in Anspruch nimmt, stand der Spaß stets im Vordergrund. Dadurch fällt es sehr leicht, sich eine Menge an sowohl theoretischem als auch praktischem Wissen anzueignen, wovon man ganz sicher profitieren wird. Ich persönlich habe im vierten Semester teilgenommen, also noch vor der Vorlesung zum Zivilprozessrecht. Dies ist jedoch kein Nachteil gegenüber fortgeschritteneren Teilnehmern gewesen, da für die erfolgreiche Teilnahme nur wenige ZPO-Grundkenntnisse nötig waren. Dafür haben mir die Erfahrungen aus dem Moot Court umso mehr in der Vorlesung zur ZPO geholfen, da mir viele Inhalte bereits aus der Schriftsatzphase oder den mündlichen Verhandlungen bekannt waren.

Die Teilnahme hat mein Studium definitiv sehr bereichert, großen Spaß gemacht und mir die Gelegenheit gegeben, mich persönlich weiterzuentwickeln. Der „Perspektivenwechsel“ lockert das Studium auf und lohnt sich für Euch persönlich sehr. Ich kann Euch die Teilnahme somit sehr empfehlen!

       Markus Hoffmann, Teilnehmer 2019 (Präsenz-Veranstaltung)

Ich habe 2019 am Soldan Moot Court teilgenommen. Es bedurfte damals einiger Überzeugungsarbeit, um mich zur Teilnahme zu bringen. Rückblickend bin ich allerdings froh, dass ich mich habe umstimmen lassen.

Neben einem ersten Gefühl für die gerichtliche Praxis aus anwaltlicher Sicht schon lange vor dem ersten Examen, hatte ich die Möglichkeit viele neue Leute, renommierte Kanzleien und andere deutsche Universitäten kennenzulernen.

Die Teilnahme hat mich persönlich in Bereichen weitergebracht, die im Studium üblicherweise keine oder nur eine geringfügige Rolle spielen, aber gerade mit Blick auf den beruflichen Werdegang durchaus von Bedeutung sind. Hierzu zählt das – vor allem in den mündlichen Verhandlungen wichtige – Teamwork oder die Fähigkeit in einem mündlichen Streitgespräch selbstbewusst, spontan und geschickt auch bei großer Aufregung oder gar Lampenfieber zu agieren.

Als erfrischend habe ich die teilweise Abkehr von der Wissenschaftlichkeit des Studiums empfunden, wenn in den Schriftsätzen, aber auch in den mündlichen Verhandlungen, eine gewisse Kreativität bei der Entwicklung einer guten Argumentation gefragt war. Um es in den Worten unseres damaligen Coaches wiederzugeben: „Der Schriftsatz verträgt ein wenig pointierte Polemik“. Das ist einleuchtend, auch wenn es mir damals zunächst seltsam vorkam, schließlich hat man bei einem Moot Court nicht mehr Gutachter, sondern Interessenvertreter zu sein.

Aus diesen Gründen kann ich jedem nur empfehlen, sich die Möglichkeit einer Teilnahme an einem Moot Court – insbesondere natürlich dem Soldan Moot Court – im Studium nicht entgehen zu lassen.

        Mathilda Brix, Teilnehmerin 2018 (Präsenz-Veranstaltung)

Im Jahr 2018 nahm ich am Soldan Moot Court teil. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich im 6. Semester und hatte gerade den Schwerpunkt abgeschlossen. Die Teilnahme an einem Moot Court reizte mich schon länger, nur habe ich nie eine Bewerbung abgeschickt. Es war daher der perfekte Zeitpunkt mich dieser Herausforderung zu stellen. Nach drei Jahren Studium endlich ein bisschen juristische Praxis erleben! Auch heute noch, fast zwei Jahre nach dem Moot Court, kann ich sagen, dass die Teilnahme die beste Entscheidung im Verlauf meines Studiums war. Ich habe nicht nur juristische Praxisluft geschnuppert, sondern auch viel gelernt und mich selbst weiterentwickelt. Beim Verfassen der Schriftsätze lernte ich über einen längeren Zeitraum im Team zu arbeiten, gemeinsam Einigungen zu erzielen und Verantwortung für meine Aufgaben zu übernehmen. Dabei standen uns zum Glück die Coaches bei. Wenn wir mal nicht weiter wussten, hatten sie immer einen hilfreichen Ratschlag für uns. Das Plädieren lehrte mich, meine Aufregung abzulegen, mir selbst zu vertrauen und mit richtiger Mimik und Gestik meine Argumente stark zu präsentieren. Bei meinem ersten Pleading in Hannover schlug mein Herz vor Aufregung bis zum Hals. Ich habe ganz leise und zurückhaltend gesprochen. Als es dann hieß, dass wir nochmal dran sind, wollte ich unbedingt mein Bestes geben. Ich habe laut gesprochen und bin auf die Argumente meines Gegenübers viel intensiver mit Gegenargumenten eingegangen. Die Menschen um mich herum habe ich einfach nicht mehr wahrgenommen. Dieses Gefühl werde ich nie vergessen. Darüber hinaus durfte ich Anwälte/innen bei Probepleadings in Kanzleien kennenlernen und erste Kontakte knüpfen. An den Moot Court schloss sich direkt ein Praktikum an. Besser hätte es für mich nicht laufen können. Letztendlich hat mich der Moot Court in vielerlei Hinsicht herausgefordert, gleichzeitig aber auch meine Teamfähigkeit, mein Selbstvertrauen und meine Zielstrebigkeit gestärkt. Der Arbeitsaufwand hat sich also gelohnt. Die Teilnahme am Soldan Moot Court hat mir gezeigt, dass die Wahl meines Studiengangs die richtige für mich war und es mir unheimlich Spaß macht vor einem (wenn auch fiktiven) Gericht Argumente auszutauschen.

 

        Vincent Berthold, Teilnehmer 2018 (Präsenz-Veranstaltung)

An einem Moot Court teilzunehmen verbindet. Auf einmal hast du Mitstreiter und Kontrahenten. Letztere wolltest du immer schon haben. Mit denen erprobst du nämlich, dich juristisch zu duellieren. Deine Mitstreiter von der Heimatuni wachsen dir ans Herz. So war es bei mir und so wird es bei dir sein.

Jura zu erlernen ist Einzelsache, zumindest für einen Großteil der Studierenden. Aber wenn man ein gutes Team gefunden hat, verschieben sich die Horizonte. Man trifft sich auf dem Campus, teilt Unterlagen und Druck, leidet und gewinnt. Kurz: Man streitet gemeinsam. Streit ist manchmal das einzige, was hilft. Zivilprozessrecht gibt niemandem Vollkommenheit. Aber es kann den worst case verhindern. Zusammen mit dir, für deinen Mandanten und seine Rechte. Die Geschichten, in die ihr dabei eintaucht, sind filmreif. Ihr spürt, wie sehr die bisherigen Semester bereits Türen geöffnet haben.

Für die meisten, die dann in Hannover antreten, ist es eine erfrischende Erfahrung. Selbst für die Richter, die in ihrem Alltag in der Regel einen anderen Beruf ausüben. Als mein Team vor ein paar Jahren auf dem Spielfeld erschien, waren wir beeindruckt von den unterschiedlichsten Rednertypen. Ein kleiner Anfängerschock gehörte auch dazu. Dass man sich verspricht, während das Recht seines Mandanten auf dem Spiel steht, ist völlig normal. Dafür gibt es den Moot Court.

Wenn nach dem ersten Prozesstag alles gut geht, kann die Universität auch schonmal im Viertelfinale stehen. Dann wird es brenzlig. Behalten wir die bisherige Strategie bei? Besser ist es. Hat der nächste Gegner Schwachstellen? Die hat jeder. Wer spricht für uns, vertritt uns diesmal? Es ist die Seele des Teams, die dann gefragt ist. Zuhören, motivieren, den Funken auf die anderen übertragen. Dann bist du bereit für das Streitgespräch.

Bewirb dich einfach. Das meiste lernst du währenddessen. Um so besser, wenn du noch Interesse, Mut und Ausdauer mitbringst. Im Soldan Moot Court Team der FU kann sich einbringen, wer unseren Titel verteidigen will. Und das heißt: Liebe zur Sache. Wir freuen uns auf dich.