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Nr. 1/07 Markus Kotzur: Frieden und soziale Gerechtigkeit - droht ein Paradigmenwechsel im Völkerrecht?

Markus Kotzur – 2007

Friedensutopien beherrschen seit der klassischen Antike das politische und philosophische Denken.1 Für Sozialutopien gilt Ähnliches, aber erst die Soziale Frage des 19. Jahrhunderts hat die „soziale Gerechtigkeit“ zum Maßstab neuer Gesellschaftsentwürfe gemacht2, und das aus ganz unterschiedlicher Perspektive: auf der einen Seite die katholische Soziallehre, auf der anderen Seite die marxistische Kapitalismuskritik. Vielleicht ist es mehr als eine bloße Koinzidenz, dass sich das Völkerrecht gerade zu jenem Zeitpunkt verstärkt der Friedenssicherung angenommen hat, als das industrielle Zeitalter zugleich die Angst vor dem Massenvernichtungspotential neuer Kriegstechnologien und die Angst vor sozialer Verelendung evozierte. In den USA entstanden pazifistische Bewegungen, schon im Revolutionsjahr 1848 war Brüssel Schauplatz des ersten Weltfriedenkongresses.3 Das Projekt einer Welt-Friedensorganisation stieß auch auf wissenschaftliches Interesse und hatte durchaus Einwirkungen auf die Völkerrechtspraxis, vor allem die Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907. Deren 100jähriges Jubiläum im Jahre 2007 gibt mehr als nur äußeren Anlass, das Zusammenspiel von Frieden und sozialer Gerechtigkeit aus der Perspektive der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts neu zu hinterfragen.

Titel
Nr. 1/07 Markus Kotzur: Frieden und soziale Gerechtigkeit - droht ein Paradigmenwechsel im Völkerrecht?
Verfasser
Markus Kotzur
Verlag
Heike Krieger
Ort
Berlin
Schlagwörter
Völkerrecht
Datum
2007
Sprache
ger/deu
Art
Text
Format
application/pdf

Autor: Markus Kotzur

Jahr: 2007

Sprache: Deutsch

Themenbereich: Völkerrecht

 

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Vorschau:

Friedensutopien beherrschen seit der klassischen Antike das politische und philosophische Denken. Für Sozialutopien gilt Ähnliches, aber erst die Soziale Frage des 19. Jahrhunderts hat die „soziale Gerechtigkeit“ zum Maßstab neuer Gesellschaftsentwürfe gemacht, und das aus ganz unterschiedlicher Perspektive: auf der einen Seite die katholische Soziallehre, auf der anderen Seite die marxistische Kapitalismuskritik. Vielleicht ist es mehr als eine bloße Koinzidenz, dass sich das Völkerrecht gerade zu jenem Zeitpunkt verstärkt der Friedenssicherung angenommen hat, als das industrielle Zeitalter zugleich die Angst vor dem Massenvernichtungspotential neuer Kriegstechnologien und die Angst vor sozialer Verelendung evozierte. In den USA entstanden pazifistische Bewegungen, schon im Revolutionsjahr 1848 war Brüssel Schauplatz des ersten Weltfriedenkongresses. Das Projekt einer Welt-Friedensorganisation stieß auch auf wissenschaftliches Interesse und hatte durchaus Einwirkungen auf die Völkerrechtspraxis, vor allem die Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907. Deren 100jähriges Jubiläum im Jahre 2007 gibt mehr als nur äußeren Anlass, das Zusammenspiel von Frieden und sozialer Gerechtigkeit aus der Perspektive der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts neu zu hinterfragen.

Schlagwörter

  • Völkerrecht