Haftung

Eine weitere Unterrichtseinheit behandelt das Thema Haftung im römischen Recht. Im Zentrum steht dabei die Lex Aquilia, ein Plebiszit aus dem Jahr 286 v. Chr. Die Lex Aquilia regelte Ansprüche, die dem Eigentümer wegen der Tötung eines Sklaven oder eines vierfüßigen Herdentieres oder wegen einer Sachbeschädigung zustanden. Die Tat musste iniuria, also rechtswidrig, verübt worden sein. Die Juristen interpretierten das Gesetz so, dass die Tat auch schuldhaft, also mit Vorsatz (dolus) oder Fahrlässigkeit (culpa) begangen worden sein musste.

Die juristischen Fragen bei der Haftung wegen einer unerlaubten Handlung stellen sich ihrer Struktur nach heute ebenso, auch wenn es nicht mehr um Sklaven als Sachen und damit als Vermögensgegenstände ihrer Eigentümer geht. Seit dem 1.1.1900 ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) die Grundlage des Schadensersatzes bei unerlaubten Handlungen in den §§ 823 ff. geregelt. Die Dogmatik zu Fragen der Kausalität, der Rechtswidrigkeit und des Verschuldens findet man oftmals in den Quellen des römischen Rechts vorgeprägt.