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Promotionskolleg: Gerechtigkeit durch Tarifvertrag

Veranstaltungsplakat

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Digitale Gesprächsreihe:

Kollektive Arbeitsbeziehungen im europäischen Rechtsvergleich

Dienstags, 15. Juni, 22. Juni, 29. Juni und 6. Juli, 18 Uhr

Der Streik für und der Abschluss von Tarifverträgen sind nicht nur deutsches Grundrecht (Artikel 9 Absatz 3 GG), sondern auch europäisches Menschenrecht (Artikel 11 Absatz 1 EMRK). Doch jenseits dieser gemeinsamen Fundierung weist das Recht der kollektiven Arbeitsbeziehungen in Europa große Unterschiede auf. Die manifestieren sich nicht zuletzt in gravierenden Unterschieden im Umfang der Tarifbindung – die in Deutschland seit Jahren scheinbar unaufhaltsam zurückgeht.

Im Promotionskolleg „Gerechtigkeit durch Tarifvertrag“ gehen wir davon aus, dass menschliche Arbeit ihren fairen Preis haben muss. Der kann nicht aus dem ökonomischen Wettbewerbskalkül des einzelnen Arbeitgebers resultieren, er muss für alle Arbeit gleich durch tarifliche Regelungen bestimmt werden. Gerade diese Idee, so die These des Kollegs, liegt der Institution der Tarifautonomie zugrunde.

In der digitalen Gesprächsreihe lautet die vergleichende Frage an andere Tarifvertragssysteme entsprechend: Wie wird in Theorie und Praxis des Rechts der kollektiven Arbeitsbeziehungen Gerechtigkeit im Arbeitsverhältnis hergestellt? Besonders interessant sind dabei solche Systeme, deren Kern, jedenfalls auf den ersten Blick, wesentliche Unterschiede zur deutschen Rechtslage aufweisen, bisweilen so wesentlich, dass im deutschen Rahmen von einigen Stimmen sogar ihre Verfassungsmäßigkeit bezweifelt würde.

Vor diesem Hintergrund wurden die stark divergierenden Fälle Spanien, Großbritannien, Österreich und Belgien für die Reihe ausgewählt. Es referieren international renommierte Wissenschaftler/innen, die die eigene Arbeitsrechtsordnung intensiv und einsichtsreich beforschen. Sie werden einen systematischen Einblick in das jeweilige Tarifvertragssystem geben, der die Grundlage liefert für eine Diskussion um rechtsvergleichende, politische und auch normative Aspekte der Tarifautonomie. 

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Di, 15. Juni 2021 | 18 Uhr
Spanien: Principle of General Applicability - Manuel Antonio Garcia Munoz Alhambra (Universität Luxemburg)

Di, 22. Juni 2021 | 18 Uhr (ABGESAGT)
Großbritannien: Autonomous Constitution - Prof. Ruth Dukes (University of Glasgow)

Di, 29. Juni 2021 | 18 Uhr
Österreich: Robuster Korporatismus - Prof. Martin Gruber-Risak (Universität Wien)

Eine Aufzeichnung des Vortrags finden Sie hier.

Di, 06. Juli 2021 | 18 Uhr
Belgien: Regulated Centralism - Prof. Filip Dorssemont (Université catholique de Louvain)

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Die digitale Veranstaltungsreihe wird online über das Online-Konferenztool Cisco Webex übertragen. Die dafür nötigen Zugangsdaten lauten:

https://fu-berlin.webex.com/fu-berlin/j.php?MTID=m1abe8ab3472267e60eced42263d4b9e8
Meeting-Kennnummer: 121 419 3315 | Passwort: Tarifvertrag

Hier finden Sie das Veranstaltungsplakat als PDF.