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Seminarankündigung „Bürgerliches Recht als Erzählung" im Wintersemester 2026/27

News vom 06.07.2026

Das Seminar betrachtet das Bürgerliche Recht durch die Brille der Literatur. Das eröffnet Einblicke in die Verknüpfung zwischen Literaturtheorie und Recht, erlaubt eine Verortung des Bürgerlichen Rechts als Gegenstand der Literatur und ermöglicht schließlich eine Analyse des Bürgerlichen Rechts als Literatur.

Studierende können die für die Erste Juristische Staatsprüfung erforderliche „thematische Vertiefung“ (Seminar) erbringen. Das Seminar eröffnet darüber hinaus einen Einblick in das wissenschaftliche Arbeiten und stellt daher eine Möglichkeit zur Vorbereitung auf die Studienabschlussarbeit dar.

Das Seminar findet in drei Blockveranstaltungen im Wintersemester 2026/2027 statt. In der ersten Veranstaltung werden gemeinsam die methodischen Grundlagen erarbeitet. Die zweite Veranstaltung widmet sich anhand ausgewählter Beispiele der Darstellung des Bürgerlichen Rechts in der Literatur. In einem dritten Block wird das Bürgerliche Recht einschließlich der Sekundärliteratur als Literatur besprochen. Alle Sitzungen werden durch Referate der Teilnehmenden gestaltet. Die Seminararbeiten werden im Anschluss an das Seminar verfasst.

Die beigefügte Themenliste listet Anregungen für Referate und Seminararbeiten. Interessierte sind ausdrücklich zur selbstständigen Themenfindung eingeladen. Insgesamt können 16 Seminararbeiten verfasst werden.

Themenvorschläge und -präferenzen können ab sofort per E-Mail eingereicht werden (sekretariat.rentsch@rewiss.fu-berlin.de).

Das Seminar eröffnet mit einer gemeinsamen Vorbesprechung am 22.10.2026, in deren Rahmen die Vergabe der Themen erfolgt und die formalen Anforderungen an die Referate mitgeteilt werden. Die schriftlichen Arbeiten sind bis zum 31. März 2027 abzugeben.

Themenliste

Literaturtheorie und Bürgerliches Recht

1. Die Perspektive der Literaturtheorie auf das Bürgerliche Recht der Bundesrepublik
2. Stilmittel, vor allem Metaphern, im Privatrecht – Perspektiven der Literatur und Rechtswissenschaft
3. Der Zivilprozess als Drama  vorgemerkt

Bürgerliches Recht in der deutschsprachigen Literatur, z.B.

4. J W von Goethe, Faust (1808/1831) – vorgemerkt
5. Thomas Mann: Buddenbrooks – Verfall einer Familie (1901) – vorgemerkt
6. Franz Kafka: die Verwandlung (1915) – vorgemerkt
7. Franz Werfel, Stern der Ungeborenen (1946)
8. Christian Kracht, Faserland (1995) – vorgemerkt
9. Marius Goldhorn, Die Prozesse (2025)

Bürgerliches Recht als Literatur

10. Normen, die Geschichten erzählen: Bienen (§ 961 BGB), Schätze (§ 984 BGB)  vorgemerkt
11. Dogmen, die Personen erfinden: Der Dritte
12. Privatrechtliche Protagonisten: Die Rechtsperson  vorgemerkt
13. Der BGB-Kommentar als Literaturgattung – vorgemerkt
14. Die Festschrift als Literaturgattung
15. Erzähltechniken der Sachverhaltsdarstellung in Urteilen – vorgemerkt
16. Die Urteilsbesprechung als Rezension: Kritik im Recht und in der Literatur – vorgemerkt

Lektüre allgemein:
Martha C. Nussbaum, Poetic Justice: The Literary Imagination and Public Life, 1995
Richard Posner, Law and Literature, 2010
Bernhard Greiner, Recht und Literatur, 2010
Bertram Lomfeld, Narrative Jurisprudenz, JZ 2019, 369 ff.
Sandra Westphal, Deutungshoheit über Texte : eine Analyse des rechtswissenschaftlichen Diskurses über Literatur, 2019


Lektüre zu konkreten Themen:
Elena Barnert, Der eingebildete Dritte, 2008
Anja-Simone Michalski, Die heile Familie: Geschichten vom Mythos in Recht und Literatur, 2015
Stefan Klingbeil, Der Begriff der Rechtsperson, AcP 2017 (2017) S. 848 – 885

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