Internationaler Workshop Choice Theories of Law

News vom 04.07.2018

Erhöhen mehr Vertragstypen die Freiheit? Besteht gar eine Pflicht des Staates, eine größere Menge an rechtlichen Optionen zu schaffen? Oder gefährdet mehr Wahlfreiheit etwa im Verbraucher- oder Arbeitsrecht nur eine gerechte Vereinbarung für strukturell schwächere Vertragsparteien? Welche Werte sollen überhaupt dem Vertragsrecht unterliegen? Freiheit? Effizienz? Gerechtigkeit? Gemeinschaft? Gelten entsprechende Wertungen auch im Sachenrecht oder Wettbewerbsrecht?

Mit diesen Fragen setzte sich ein internationaler Workshop zu "Choice Theories of Law" an der FU auseinander, der am 28.06.2018 von Bertram Lomfeld und Florian Rödl ausgerichtet wurde. Anlass war das 2017 erschienene Buch "A Choice Theory of Contract", welches von den beiden anwesenden Autoren Michael Heller (Columbia Law School) und Hanoch Dagan (Tel Aviv University) am Vorabend auf einem öffentlichen Vortrag an der HU vorgestellt worden war.

Am Vormittag kommentierten Christian Joerges (Hertie School of Governance), Felix Hartmann (FU), Marietta Auer (Gießen), Fabrizio Esposito (EUI) und Stefan Grundmann (HU) das Buch aus verschiedenen Perspektiven und lieferten sich eine intensive Diskussion mit den Autoren. Am Nachmittag standen alternative theoretische Positionen zu einer Wahltheorie des Rechts auf dem Programm. Gerhard Wagner (HU) legte die Vorteile einer wohlfahrtsökonomischen Version einer Wahltheorie des Vertragsrechts dar. Heike Schweitzer (FU) stellte eine ordoliberale Weichenstellung im Wettbewerbsrecht zwischen Markteffizienz und Wahlfreiheit vor. Florian Rödl (FU) entwickelte aus kantisch-aristotelischer Perspektive die Ursprünge von Eigentum und Vertrag in Freiheit und Austauschgerechtigkeit. Bertram Lomfeld (FU) skizzierte eine pluralistische Diskurstheorie der Wahlarchitektur des Rechts.

Ein Programm der Veranstaltung finden Sie hier.             

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