Lehrprojekt Green Team
Wiese südlich der Bibliothek
Bildquelle: Kirstin Drenkhahn
Wiese auf dem Gelände der PUCP
Bildquelle: Kirstin Drenkhahn
Wiese auf dem Gelände der PUCP
Bildquelle: Kirstin Drenkhahn
Der Klimawandel als die große Dauerkrise der Gegenwart konfrontiert uns als Einzelne mit einem Gefühl der Ohnmacht – kann ich selbst überhaupt irgendetwas wirksam beeinflussen? Gleichzeitig haben die Veränderungen bereits Auswirkungen auf unser Leben. Es ist im Jahresmittel deutlich wärmer geworden, und in Berlin hatten wir über mehrere Jahre eine Dürre, die gerade im Westen und Südwesten zu einem sehr niedrigen Grundwasserstand geführt hat. Bei uns am Fachbereich führt dies zu sehr hohen Temperaturen in den Büros, in den Räumen für die Lehre und in der Bibliothek. Auch draußen ist es im Sommer sehr heiß, da es wenig Schatten durch Pflanzen oder Gebäude gibt. Das fällt in eine Zeit, in der die Universität in großem Umfang Mittel einsparen muss, sodass für Maßnahmen wie den Einbau von Klimaanlagen wohl kein Geld vorhanden ist.
Mit dem Green Team wollen wir einige dieser Herausforderungen angehen. Das Lehrprojekt ist vom GJPA als Veranstaltung zu den juristischen Schlüsselqualifikationen anerkannt. Es zielt das auf die Anlage und Pflege eines Food Forests auf der Wiese südlich der Bibliothek des Fachbereichs Rechtswissenschaft ab. Die Wiese wird seit einigen Jahren nur noch einmal im Jahr gemäht, was zu einer größeren Artenvielfalt geführt hat. Die Sonneneinstrahlung auf die Fensterfront der Bibliothek wird dadurch allerdings nicht vermindert, ebenso wenig durch die wenigen Bäume (Kiefern und Birken) auf der Wiese bzw. auf dem Streifen mit Ziergräsern direkt vor den Fenstern. Eine Bepflanzung der Wiese mit Bäumen und Büschen würde mittelfristig zu mehr Schatten – zumindest auf der Wiese – und zu einem anderen Mikroklima führen. Dass diese Idee nicht so verrückt ist, wie sie zunächst klingt, zeigt der Campus der Pontificia Universidad Católica del Perú in Lima, wie auf den Fotos zu sehen ist. Hier sind nicht nur die Wegränder mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt, sondern auch viele Rasenflächen, die so angenehmen Aufenthaltsorten für Studierende werden und für ein spürbar anderes, angenehmeres Mikroklima sorgen als in der Stadt außerhalb des Campus.
Für unser Projekt wurde bereits Kontakt mit der Initiative Blühender Campus aufgenommen, die Unterstützung zugesagt hat. Es gibt zudem bereits Erfahrungen rund um den Blühenden Campus und das Projekt UniGardening mit Gartenprojekten auf dem Campus. Daneben wird 2026 mit dem FUturist-Projekt RattengiftFREIe Universität zusammengearbeitet.
Da im Green Team kontinuierlich gearbeitet werden soll, werden die konkreten Aktivitäten in der Lehrveranstaltung sich wandeln. Zu Beginn wird der Schwerpunkt auf der Untersuchung der rechtlichen Situation hinsichtlich der Wiese z. B. im Hinblick auf die Auswirkung des Denkmalschutzes des Gebäudes Boltzmannstr. 3 und einen Schutz des landschaftsarchitektonischen Konzepts der Wiese liegen, zudem müssen Pläne z. B. zu Leitungen über die Wiese, zum Bodengrund einschließlich eventueller Vorbebauung oder Verfüllung mit Schutt u. ä. recherchiert werden. Eine Rolle wird auch das Berliner Klimaanpassungsgesetz spielen. Dann wird es (hoffentlich) um die konkrete Planung der Bepflanzung und deren Finanzierung gehen sowie die Bepflanzung selbst und deren Pflege gehen.
Hinzu werden während der gesamten Laufzeit des Projekts Aspekte des Umwelt- und Tierschutzes kommen. Bereits jetzt sind auf dem Gelände des Fachbereichs Wildtiere zu beobachten, und es ist anzunehmen, dass der Wildtier- und Insektenbestand größer und artenreicher wird, sobald neugepflanzte Bäume und Sträucher blühen und Früchte tragen, da sich dann das Nahrungsangebot vergrößern und diversifizieren wird. In diesen Bereich fällt auch das FUturist-Projekt RattengiftFREIe Universität, denn auch auf dem Campus werden Rattengiftköder ausgelegt. Solche Giftköder sind jedoch auch für andere Tiere, insb. Vögel, zugänglich, die aus den Köderboxen oder drumherum ausgerieseltes Gift fressen. Mit diesem Projekt wollen wir im Green Team die rechtliche Situation hinsichtlich der Giftköder, aber auch zu anderen Möglichkeiten der Kontrolle von Rattenbefall untersuchen. Diese Arbeit soll in Vorschläge der RattengiftFREIen Universität zu alternativen Methoden im Umgang mit Rattenbefall einfließen.
Mit dem Green Team gibt es also doch eine Möglichkeit, als einzelne Person etwas Konkretes zu tun, um die Auswirkungen des Klimawandels auf unseren kleinen Bereich abzumildern. Außerdem kann die gemeinsame Arbeit das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Identifikation mit dem Fachbereich stärken.



