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Werkstattgespräch zu Komplexität und Recht am 16.07.2026

Teilnehmende des Werkstattgesprächs am 16.7.2026 an der Freien Universität

Teilnehmende des Werkstattgesprächs am 16.7.2026 an der Freien Universität

News vom 22.07.2026

 Im Rahmen des von der Volkswagenstiftung geförderten Drittmittelprojekts „Wandel im und durch Recht – Digitale Transformation und Klimawende“ forschen derzeit mehrere Fellows am Arbeitsbereich von Frau Prof. Dr. Angela Schwerdtfeger zu Fragen des Verhältnisses von Recht und Komplexität. In einem Werkstattgespräch am 16. Juli 2026 präsentierten zwei von ihnen den Stand ihrer Projekte.

 

Zunächst stellte Frau Prof. Dr. Nora Rzadkowski, MHE von der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg die Werkstattskizze ihres Forschungsvorhabens zur juristischen Wissensvermittlung in Lehrbüchern unter den Bedingungen komplexer Transformationen vor. Sie konzentriert sich hierbei auf die neue Materie des Klimarechts und bezieht interdisziplinäre Zugänge mit ein. Der Vortrag regte die Teilnehmenden zu einem lebhaften Austausch an. Diskutiert wurde beispielsweise, ob das Klimarecht ein überdurchschnittlich komplexes Rechtsgebiet ist.

 

Im Anschluss präsentierte Herr Dr. Maximilian Petras von der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg den bisherigen Stand seiner Forschung zur Bewältigung der Komplexität von Ressourcenflüssen und der Entwicklung von stationärer hin zu fluider Umweltbeobachtung. Der Vortrag ordnete unter anderem aktuelle europäische Initiativen im Informationsverwaltungsrecht ein. Die anschließende angeregte Diskussion drehte sich rund um die Frage, welche Potenziale und Risiken datenbasierte Entscheidungsfindung angesichts komplexer Regelungsgegenstände mit sich bringt.

 

Bereits am 8. Juli hatte Herr Moritz Marpe von der TU Berlin sein Projekt zur „Ko-Evolution des Europarechts – Wie Netzwerkanalysen und die Verarbeitung natürlicher Sprache die Entwicklung des Europarechts messbar machen können“ im FU Empirical Legal Studies Center vorgestellt. Herrn Marpe geht es darum, die Evolution des Europarechts als Abbild einer komplexen europäischen Rechtsgemeinschaft quantitativ darzustellen. Die „offene Struktur“ kennzeichnet das (Europa-)Recht als adaptives System, das durch Rechtsetzung und Rechtsprechung evolutionäre Prozesse durchläuft. Die Idee ist, diese Evolution durch Methoden aus der Komplexitätsforschung, vor allem Netzwerkanalysen, und Methoden des maschinellen Lernens systemisch zu analysieren.

 

Die Einblicke in die drei Projekte machen Vorfreude auf unsere Abschlusskonferenz mit allen Fellows am 12./13. November 2026 in Frankfurt, bei der die verschiedenen Forschungsergebnisse zu Fragen von Recht und Komplexität präsentiert werden. Wir hoffen auf ähnlich ertragreiche Synergien zwischen den einzelnen Forschungsthemen und freuen uns darauf, auf ihrer Grundlage erneut spannende Fragen rund um Komplexität als Merkmal von Transformationsprozessen zu diskutieren.

 

 

 

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