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Recht Aktuell: Bundesverfassungsgericht entscheidet für den Klimaschutz

News vom 30.04.2021

Das Bundesverfassungsgericht entscheidet in seinem Beschluss vom 24. März 2021 über Klimaklagen und erlöst den Klimaschutz aus seinem verfassungsrechtlichen Schattendasein. Vor allem das Staatsziel des Art. 20a GG wird aus seinen bisherigen „Dornröschenschlaf“ wachgeküsst, der Zugang zum Gericht erweitert, die Schutzpflichten aus Grundrechten fruchtbar gemacht und - in Analogie zum Grundrecht auf das soziale Existenzminimum - ein Grundrecht auf das ökologische Existenzminimum anerkannt. Brauchen wir da noch ein Grundrecht auf Umweltschutz, wie es Ferdinand von Schirach in seinem Büchlein „Jeder Mensch“ fordert? 

Zu diesem Beschluss hat Prof. Calliess gestern ein Interview bei LTO Online gegeben.

Interessant ist in diesem Kontext vielleicht auch der Beitrag "Abstand halten!" sowie ein Interview zum Klimaschutz und Verfassungsrecht

Zur Vertiefung ist vielleicht auch der kürzlich erschienene Berliner Online Beitrag Nr. 129 von Prof. Calliess mit dem Titel "Möglichkeiten und Grenzen eines "Klimaschutz durch Grundrechte" (Klimaklagen) - Zugleich ein Beitrag zum Vorschlag von Ferdinand von Schirach" geeignet. Der Beitrag untersucht die rechtlichen Möglichkeiten und Grenzen, die deutsche und europäische Grundrechte im Kontext der Klimapolitik spielen können. Er plädiert im Ergebnis für ein einklagbares prozedurales Grundrecht auf Umweltschutz sowie – mit Blick auf die planetaren Grenzen (im Klimaschutz: 1,5-2 Grad-Ziel) – die Anerkennung eines Grundrechts auf das ökologische Existenzminimum, das eine Umkehr der Darlegungs- und Beweislast in sich trägt. Die Berliner Online Beiträge sind hier abrufbar.

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