DE | EN
Schnellzugriff

Schnellzugriff

Drucken (Miniaturbild) RSS (Miniaturbild)

Überblick

Ars iuris - das Recht gestern, heute und morgen - national und europäisch, international und global

Die Forschung am Fachbereich Rechtswissenschaft ist den Grundlagen des Rechts, dem national geltenden Recht, dem europäischen und dem internationalen Recht sowie dem Recht in einer globalisierten Welt gewidmet. Sie findet Gestalt in den charakteristischen Formen des Publizierens von Monographien und Aufsätzen, Kommentaren und Lehrbüchern, Rezensionen und Urteilsbesprechungen. Grundlage dafür sind Forschungen der einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Forschungen im Verbund mit anderen universitären oder außeruniversitären Einrichtungen, insbesondere durch die Beteiligung an einem Sonderforschungsbereich (SFB 700: Governance in Areas of Limited Statehood) und die Beteiligung an Exzellenzclustern (Topoi - The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations und Languages of Emotion).

Inhaltlich stehen das römische Recht und seine Geschichte vom ersten Jahrtausend vor Christus bis zur Gegenwart, die deutsche und europäische Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie, Methodenlehre und Kriminologie für die Grundlagenfächer, die schon aufgrund ihres Gegenstandes einen internationalen Zuschnitt haben. Die Internationalität zeichnet ebenfalls das Völkerrecht aus, das in grundsätzlicher Weise mit Blick auf die natürlichen Ressourcen allen Lebens, auf Krieg und Frieden sowie auf die Voraussetzungen und Grenzen von Staatlichkeit betrieben wird. Im Konfliktfall unter Privaten mit internationalem Zuschnitt steuern Regelungen des nationalen, zunehmend auch des europäischen Rechts die Möglichkeiten der Rechtsanwendung und -durchsetzung. Dieser Aspekt wird traditionell mit der Rechtsvergleichung verknüpft. Ein weiterer Schwerpunkt der Forschung liegt im Europarecht, das aus öffentlichrechtlicher Perspektive vom Jean-Monnet-Lehrstuhl aus beleuchtet und im Zusammenhang des Staatsverständnisses und der Identität des Bürgers wie auch in seinem Regulierungspotential für das Umwelt- und das Wirtschaftsrecht betrachtet wird. Damit ist die Brücke geschlagen, die zum nationalen Verfassungs- und Verwaltungsrecht führt, das eine der Säulen der rechtswissenschaftlichen Forschung bildet. Außerdem ist ein Weg in das Zivilrecht eröffnet, dessen Kern in den Normen des Bürgerlichen Gesetzbuchs vom 1.1.1900 enthalten ist und vielfach römischrechtliche Wurzeln aufweist. Die Einflüsse des modernen Europarechts sind inzwischen dort wie in in allen Bereichen des Wirtschaftslebens Gegenstand der Forschung. Ein über Jahrzehnte geschaffener Leuchtturm dieser Forschung steht im Wettbewerbs- und Regulierungsrecht. Hier sind im Bereich des Privatrechts Regelungsinstrumente des öffentlichen Rechts und der damit vorgegebene Rahmen zu berücksichtigen, das Gesamtbild eingesetzter und denkbarer Steuerungsmöglichkeiten ist darzustellen und zu analysieren, Konzepte für die Zukunft sind zu entwickeln. Die Berliner Kommentare zum Energie- und Telekommunikationsrecht haben auf diesem Gebiet eine Pionierfunktion und bieten Orientierung für Wissenschaft und Praxis. Weitere Schwerpunkte im Wirtschaftsrecht in einem weiten Sinne bilden rechtliche Regelungen des Verbraucherschutzes, das Gesellschaftsrecht, das Privatversicherungsrecht und das Arbeitsrecht. Dank einer traditionell starken Vertretung des Arbeitsrechts können Individual- wie Kollektivarbeitsrecht auf nationaler wie auf europäischer Ebene wissenschaftlich erschlossen, analysiert und kritisch betrachtet werden. Das Versicherungsrecht wird in seiner praktischen Bedeutung und seinem wissenschaftlichen Reiz sowohl vom Privatversicherungsrecht als auch vom Sozialversicherungsrecht aus erschlossen. Von hier führt eine weitere Brücke in das öffentliche Recht. Damit ist der Blick auf den staatlichen Rahmen des Gesundheitswesens gelenkt, der von Seiten des öffentlichen Rechts untersucht wird. Nicht nur hier stellt sich die Finanzierungsfrage, die am Fachbereich ganz allgemein im Steuerrecht beleuchtet wird. Aus dem Steueraufkommen wird auch das Gerichtswesen vorgehalten, das die Realisierung des Rechts im Streitfall sicherstellt. Der Staat tritt als Prozeßpartei im öffentlichen Recht auf den Plan, mit besonderem Autoritätsanspruch im Strafrecht. Die Palette der Forschungen in diesem Gebiet reicht von den Grundlagen im nationalen Recht für die geregelten Straftaten und die prozessuale Einkleidung ihrer Verfolgung bis zur kriminologischen Analyse der Realität und der rechtsphilosophisch fundierten Kritik.

Dieses reiche und klar erkennbare Forschungsprofil trägt zur fachübergreifenden und internationalen Vernetzung und Sichtbarkeit ebenso bei wie zur Attraktivität für die Studierenden. Die Schwerpunkte der Forschung spiegeln sich nämlich in den Schwerpunktbereichen, in denen gegen Ende des Studiums 30% der Leistung in der Ersten Juristischen Prüfung erbracht werden. Die Forschungsbereiche kennzeichnen zugleich die Materien, in denen die Expertise von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Fachbereichs im Gesetzgebungsverfahren, in nationalen wie internationalen Expertenrunden und bei Gerichten gesucht wird.

Prof. Dr. Cosima Möller (Prodekanin für Forschung)